Die J2 schnuppert Uniluft in Heidelberg

Am Mittwoch, den 05. Februar, besuchte die gesamte Jahrgangsstufe 2 im Rahmen des Ethik- und Religionsunterrichts eine Schüler*innen-Vorlesung an der Universität in Heidelberg. Diese wird von der evangelischen theologischen Fakultät angeboten und das Angebot wird mit großer Begeisterung angenommen – der Hörsaal war voll mit Kursen aus der gesamten Region.
Thema des diesjährigen Vortrags von Prof Dr. Moos, der selbst evangelische Theologie und theoretische Physik studierte, war „Wut – Hass – Leidenschaft. Starke Emotionen in Politik und Religion: ihre destruktiven und lebensförderlichen Wirkungen“.
Zum Einstieg wies Prof. Dr. Moos darauf hin, was in diesem, noch sehr jungen, Jahr 2025 bereits alles passiert ist: Die Welt ist im Wandel, es brodelt in verschiedenen Bereichen und Gebieten, und so war die erste Frage an die Schüler*innen im Saal, mit welchen Gefühlen man in das Jahr 2025 blickt. Die Schüler*innen konnten sich über ihre Handys interaktiv beteiligen, so dass die Antworten live angezeigt wurden und betrachtet werden konnten.
Ein Gefühl, welches nun genauer betrachtet wurde, war die Wut. Die Schüler*innen im Saal versuchten den Begriff zu definieren: Wut ist Enttäuschung, Wut entsteht aus Frustration, Wut folgt aus Hoffnungslosigkeit, Wut ist eine innere Spannung und Wut richtet sich gegen etwas oder jemanden – das waren nur wenige Aussagen der Schüler*innen, die sich hierzu äußerten. Im weiteren Verlauf wurde untersucht, ob Politik wütend macht und ob Gefühle, wie z.B. Wut, in der Politik überhaupt eine Rolle spielen dürfen. Erstaunlicherweise kam bei einer weiteren Umfrage im Saal heraus, dass die Schüler*innen sich wünschen, dass die Politiker*innen Gefühle zeigen, jedoch an die Vernunft (und nicht die Gefühle) der Bürger*innen appellieren. Wut kann Antrieb sein, sie kann jedoch auch demokratische Prozesse zerstören. So gibt es zwei grundlegende Strömungen, die sich unterschiedlich zur Rolle der Gefühle allgemein in der Politik positionieren: Der Liberalismus behauptet, dass Politik keine Gefühle benötigt, wohingegen der Republikanismus die gegenteilige Position vertritt.
Im zweiten Teil des Vortrags ging es um die Bedeutung der Gefühle in der Religion. Ist Gott zornig? Darf man zornig beten? Auch hier waren die Schüler*innen gefragt und beteiligten sich eifrig an der Diskussion.
Anschließend konnten die Schüler*innen die evangelische theologische Fakultät der Universität Heidelberg besuchen. In Form einer Rallye besichtigten sie die Fakultät und umliegenden Gebäude, informierten sich über „himmlische Berufe“ und besichtigten die Fakultätsbibliothek, die eine Dachterrasse besitzt, auf welcher man mit Blick auf das Heidelberger Schloss lesen und studieren kann.
Verabschiedet wurden die Klassen von Angestellten und Studenten der theologischen Fakultät. „Auch wenn ihr keine Theologie studieren werdet. Traut euch, das zu machen, was ihr wollt.“ – diese Worte einer Studentin sollten die Schüler*innen sich für die nahe Zukunft merken.
Text und Bilder: Ehr